LEADER-Projekt „Fenster nach Europa“ startet in die Umsetzung
Zum Start des Projekts wurde als erste sichtbare Maßnahme das Förderschild angebracht. Auf dem Foto (v. l. n. r.): Christian Wahl, Jeanette Dillinger, Landrat Patrik Lauer, Anke Klein-Brauer, Anna Tock, Roman Dobicki und Jörg Lang. Foto: Landkreis Saarlouis / J. Büch
Mit der Montage des Förderschildes hat das LEADER-Projekt „Fenster nach Europa: Leidingen – ein Dorf, zwei Länder, eine Grenze“ seine erste sichtbare Umsetzung erfahren. Der Landkreis Saarlouis stellte bei einem Pressetermin gemeinsam mit den Projektpartnern den aktuellen Stand des Vorhabens in dem Wallerfanger Ortsteil vor, das die besondere Geschichte des deutsch-französischen Grenzortes künftig mit modernen Informations- und Erlebnisangeboten für Einheimische und Gäste erlebbar machen wird.
„Leidingen liegt unmittelbar auf der deutsch-französischen Grenze. Hier verläuft eine Staatsgrenze mitten durch das Dorf und dennoch leben die Menschen seit Generationen in guter Nachbarschaft. Das zeigt eindrucksvoll, dass Grenzen zwar Länder voneinander trennen, Menschen aber verbinden können. Diese Geschichte ist ein Stück gelebtes Europa und verdient es, sichtbar gemacht und für die Zukunft bewahrt zu werden. Mit diesem Projekt schaffen wir einen Ort, der genau das auf moderne Weise vermittelt und es für alle erlebbar macht. Ich freue ich mich sehr, dass das Ganze nun vor Ort realisiert und so diese besondere Idee Schritt für Schritt Wirklichkeit wird“, so der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer.
Das Projekt greift die Historie Leidingens auf beiden Seiten der Grenze auf und macht sie dauerhaft sichtbar. Geplant sind eine markante Zickzack-Skulptur entlang der Grenzlinie, eine Infotafel, eine Sitzbank, ein Outdoor-Display mit KI-Avatar sowie eine Augmented-Reality-Anwendung. Sie sollen die historische Entwicklung des Ortes, das Leben diesseits und jenseits der Grenze sowie die deutsch-französischen Beziehungen anschaulich vermitteln und für künftige Generationen bewahren. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist bis Frühjahr 2028 vorgesehen.
„Mit dem Förderschild wird das Projekt erstmals auch im Ortsbild sichtbar. Die konzeptionellen Vorarbeiten sind abgeschlossen, sämtliche Aufträge für 2026 wurden vergeben. Zwei weitere Vergaben folgen in den kommenden Jahren. Nun folgen Schritt für Schritt die einzelnen Projektbausteine“, erläuterte Jeanette Dillinger, Sachgebietsleiterin des Amtes für Tourismus und Regionalentwicklung beim Landkreis Saarlouis.
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 206.509 Euro. Es wird im Rahmen des LEADER-Programms der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums gefördert und vom Landkreis Saarlouis in Zusammenarbeit mit der LEADER-Aktionsgruppe Warndt-Saargau umgesetzt. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Über LEADER werden 80 Prozent der Nettokosten, insgesamt 165.207 Euro, finanziert.
Der Landkreis Saarlouis informiert fortlaufend über den Projektverlauf auf der eigens eingerichteten Projektseite.