Informationsveranstaltung des Landkreises für Eltern mit werdenden Vorschulkindern
Im Podium (von links nach rechts) informierten Giulia Hesidenz, Daniel Recktenwald, Dr. Sarah Kläs und Dr. Claudia Stodden die Eltern umfassend über Vorschule. (Foto: Landkreis Saarlouis Sylvia Schäfer)
Unter dem Motto „Mein Kind wird im Sommer ein Vorschulkind! Was bedeutet das?“ fand kürzlich im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes Saarlouis eine Informationsveranstaltung für Eltern statt. Ziel war es, Mütter und Väter frühzeitig und praxisnah auf den Übergang ihrer Kinder in die Schule vorzubereiten. Die Veranstaltung war sehr gut besucht, rund 90 Eltern folgten der Einladung, die der Landkreis über die Kindergärten verteilen ließ.
Dr. Claudia Stodden, Sachgebietsleiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD), und Dr. Sarah Kläs, Koordinatorin der Frühen Hilfen, sind als Ärztinnen im Gesundheitsamt des Landkreises Saarlouis tätig. Dr. Stodden führte zunächst in den formalen Ablauf der Schuleingangsuntersuchungen ein. Wann und wo finden die Untersuchungen statt? Ist eine Anmeldung erforderlich? Welche Unterlagen werden benötigt? Was ist bei den so genannten Kann-Kindern zu beachten? Dr. Kläs wies auf Fähigkeiten hin, die Kinder für die so genannte Schulreife erlangen sollten, und erklärte, wie etwaige Defizite bspw. in der Feinmotorik oder in der Sprachentwicklung spielerisch im Vorschuljahr aufgeholt werden können.
Daniel Recktenwald, Psychologe beim Schulpsychologischen Dienst, ging in seinem Vortrag auf die sozial-emotionalen Aspekte in der Vorschul- und Einschulzeit aus schulpsychologischer Perspektive ein. Unterstützt wurde er von Giulia Hesidenz, Studentin der Psychologie. Er forderte in seinem Vortrag die Eltern dazu auf, die Vorschule als einen Prozess der Veränderung und als Übungsfeld zu begreifen. Aus den Größten im Kindergarten würden in absehbarer Zeit die Kleinsten in der Schule werden. Probleme rund um den Einschulungsprozess und in den ersten Schuljahren drehten sich häufiger um die Anpassung an die neue Situation als um Lerninhalte, berichtete der Psychologe aus der Praxis. Die Haltung der Eltern, ihre Erwartungen an das Kind, Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulzeit und die vorgelebte Fehlerkultur in der Familie hätten einen hohen Einfluss darauf, wie sich die Kinder in ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Recktenwald wurde in seinem humorvollen und informativen Vortrag nicht müde zu betonen, dass Frustrationstoleranz dabei die entscheidende Kompetenz sei, wie der Übergang zur Schule gut gelingen kann.
Am Ende der Veranstaltung erhielten die Eltern Informationsbroschüren rund um die Themen Vorschule und Einschulung.
- Die Materialien stehen auf der hier zum Download zur Verfügung.
- Kontaktdaten zum Schulpsychologischen Dienst
- Auf den Seiten des Family Guides informieren Meike Mittermüller und Janina Balge-Fettes vom Mobilen Familienzentrum zu verschiedenen Themen ab der Schwangerschaft bis ins Jugendalter.
Die Veranstaltung zeichnete sich durch einen offenen Austausch, praxisnahe Tipps und eine vertrauensvolle Atmosphäre aus. Eltern erhielten nicht nur grundlegende Informationen, sondern bei Bedarf auch individuelle Beratung und Unterstützung von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes, des Schulpsychologischen Dienstes und des Mobilen Familienzentrums („Family Guide“), die die Veranstaltung organisiert hatten.
