"Gemeinsam gegen Sexismus" – Ausstellung und interaktiver Workshop gegen Sexismus in Startbahn 25
Das Frauennetzwerk im Landkreis Saarlouis besuchte bereits die Ausstellung (Foto: Landkreis Saarlouis / Astrid Brettnacher)
Noch bis zum 11. Juni 2026 ist die Ausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“ in den Räumlichkeiten der Startbahn 25 in Saarlouis zu sehen. Initiiert wurde die Ausstellung durch Astrid Brettnacher, Frauenbeauftragte des Landkreises Saarlouis, gemeinsam mit dem Jobcenter.
Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelte Ausstellung greift unterschiedliche Facetten von Sexismus auf und rückt in den Fokus, wo wir mit Sexismus konfrontiert sind: im Alltag, in den sozialen Medien, in Beziehungen, am Arbeitsplatz und in gesellschaftlichen Rollenbildern. Diskriminierung überschneidet sich häufig mit weiteren Themen wie Rassismus oder Vorurteilen gegenüber sexueller Identität. Die Ausstellung macht dabei deutlich, dass Sexismus nicht nur Frauen betrifft. Auch Männer stehen unter gesellschaftlichem Druck. Die Ausstellung wird kostenfrei vom saarländischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit zur Verfügung gestellt.
Zum Auftakt der Ausstellung trafen sich am 21. Mai 2026 die Frauen des Frauennetzwerkes in der Startbahn 25, um die Ausstellung gemeinsam zu besuchen und sich über persönliche Erfahrungen, Wahrnehmungen und gesellschaftliche Entwicklungen auszutauschen. Schnell wurde klar: Viele der gezeigten Situationen begegnen Menschen täglich oft unbewusst.
Am selben Tag fand außerdem ein interaktiver Workshop für Jugendliche und junge Erwachsene aus dem U25-Bereich des Jobcenters statt, die an das Projekt Startbahn 25 angegliedert sind. Geleitet wurde der Workshop von Martina Coniglio, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters im Landkreis Saarlouis.
Der Workshop setzte bewusst auf moderne und jugendnahe Methoden statt auf klassische Vorträge. In Gruppenarbeiten, Diskussionen und interaktiven Spielen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Rollenbildern, Sprache, Social Media und alltäglichem Sexismus. Besonders gut kam dabei das eigens entwickelte „Sexismus-Bingo“ an. Aussagen wie „Jungs weinen nicht“, „War doch nur Spaß“, „Nicht so hysterisch“ oder auch Fragen aus der Arbeitswelt wie „Haben Sie vor, Kinder zu bekommen?“ sorgten für Diskussionen, Wiedererkennung und teilweise auch Überraschung darüber, wie tief bestimmte Rollenbilder im Alltag und sogar im Bewerbungsprozess verankert sind.
Auch sogenannte „Reality-Cards“ mit typischen Alltagssituationen regten intensive Gespräche an. Gemeinsam diskutierten die Jugendlichen darüber, wo Grenzen beginnen, warum bestimmte Aussagen verletzend oder diskriminierend sein können und wie gesellschaftliche Erwartungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben Menschen beeinflussen.
Die Resonanz der zwölfköpfigen Gruppen war durchweg positiv. Besonders erfreulich war die Offenheit der Gruppe: Viele brachten eigene Erfahrungen ein, diskutierten respektvoll miteinander und beteiligten sich aktiv an den Übungen. Schnell entstand eine ehrliche und lockere Atmosphäre, in der auch schwierige Themen angesprochen werden konnten.