14 Fackelträgerpaare und viele weitere Akteure machen den Saarlouiser Fackellauf einzigartig
„Am 11. Juni werden sehr viele Menschen die Fackel für die Special Olympics Nationalen Spiele im Saarland durch unseren Landkreis begleiten und damit ein Feuer entzünden für mehr Inklusion in unserer Gesellschaft“: Bei einem Pressegespräch im Vorfeld des großen Fackeltages im Landkreis Saarlouis war Landrat Patrik Lauer die Vorfreude deutlich anzumerken.
Sie freuen sich schon sehr auf den Fackeltag in Saarlouis am Donners-tag, 11. Juni 2026 (von links): Landrat Patrik Lauer und die Fackelträger Jonas Kammer, Nicole Arndt und Luca Biwer. Foto: Landkreis Saarlouis/Yannick Hoen
Hunderte Menschen, unter anderem Vertreterinnen und Vertretern von Blaulichtorganisationen, Vereinen, Schulen, Wohlfahrtsverbänden, Betrieben, Werkstätten und Sportlerinnen und Sportler aller Altersgruppen werden beim Fackeltag dabei sein. Stellvertretend für sie berichteten kürzlich drei Akteure des Saarlouiser Fackeltages mit viel Enthusiasmus im Landratsamt vor Pressevertretern, warum sie bei dieser besonderen Veranstaltung mitmachen werden – und warum diese für sie so wichtig ist. Sie gehören zu den insgesamt 14 inklusiv besetzten Fackelträger-Duos, die den ganzen Tag über die Fackel (in diesem Fall eine Grubenlampe) durch die drei Kreis-Kommunen Ensdorf, Dillingen und Saarlouis transportieren werden. Der Abend endet nach den Stationen Ensdorf und Dillingen in Saarlouis, wo die Fackel ab 18 Uhr vom Kleinen Markt zum großen Abschlussfest am Ravelin V gebracht wird. Hier gibt es ein kostenloses Konzert der Band „Dreierpasch“, einen Comedian-Auftritt, viele Mitmachangebote, Infostände sowie Essen und Trinken.
Jonas Kammer aus Gresaubach, 29 Jahre alt, sprach als Erster vor den Vertreterinnen und Vertretern der Presse, denn er wird am 11. Juni – wenn das Wetter mitspielt - auch der erste Fackeltag-Akteur sein. Geplant ist, dass er, zusammen mit seinem Bruder Nils, die Fackel per Fallschirm auf die Halde Duhamel nach Ensdorf bringt. Dort wird er von vielen Kindern aus verschiedenen Schulen, weiteren Gästen und dem Brass-Ensemble der Bergkapelle Saar erwartet. Auf der Halde soll am Morgen der erste (Mini-)Fackellauf mit Schülerinnen und Schülern der Waldschule Saarwellingen stattfinden, bevor die Fackel dann per Gleitschirm ans Sportzentrum Ensdorf geflogen wird, wo ein großes Mitmachfest mit diversen weiteren Akteuren stattfindet.
Die beiden Brüder aus Gresaubach sind echte Fallschirm-Profis. Nils ist Juniorenweltmeister, Jonas ist ehemaliger Kader-/Leistungsspringer im Zielspringen. Jonas berichtete beim Pressegespräch, dass sie direkt Ja gesagt hätten, als die Frage nach ihrem Beitrag am Spektakel kam. Sport spiele eine große Rolle in der ganzen Familie, und so sei es eine Selbstverständlichkeit, mitzumachen: „Inklusion ist ein wichtiges Thema, das wir natürlich sehr gerne unterstützen.“
Als Zweiter in der Gesprächsrunde stand Luca Biwer (31) Rede und Antwort. Der Rehlingen-Siersburger wird die Fackel über einen Teil des Geländes von Dillinger bringen, zusammen mit Dillinger-Personalvorstand Joerg Disteldorf. Dillinger ist der Arbeitgeber des querschnittsgelähmten jungen Mannes, hier ist er tätig in der Abteilung Strategie Berufliche Bildung. Biwer, übrigens auch Vorsitzender des Vereins Luca’s Bewegung, der in Not geratene Personen und deren Familien fördert, betonte, dass der Fackeltag für ihn eine große Bedeutung habe: „Wenn wir die Grubenlampe über unser Gelände tragen, dann tragen wir diese Botschaft mit: Respekt, Anerkennung und ein herzliches Willkommen für die Athletinnen und Athleten der Special Olympics hier im Saarland.“ Bei ihrer Tour werden die beiden von vielen Mitarbeitenden begleitet: von Auszubildenden, der Schwerbehindertenvertretung, der Betriebsradsportgruppe, weiteren Kolleginnen und Kollegen sowie der Werkskapelle. Biwer: „Es ist kein öffentlicher Lauf, aber für uns im Werk ein sehr bewusstes und sichtbares Zeichen. Wichtig ist dabei vor allem die Botschaft: Inklusion und Teilhabe gehören nicht nur zu einer Veranstaltung, sondern in den Alltag, in Vereine, Schulen, Betriebe und eben auch zu uns auf die Hütte.“
Und auch von einer weiteren Station kam eine Fackelträgerin zu Wort: Nicole Arndt, 42, die von der AWO Saarland zusammen mit 40 weiteren Athletinnen und Athleten zu den Special Olympics Nationalen Spielen entsendet wird. Sie ist in der AWO-Werkstatt in Dillingen beschäftigt. Bei den Nationalen Spielen wird sie nun ihr Können in ihren Schwimmdisziplinen Rückenschwimmen, Kraulen und Staffel zeigen. Sie kann schon auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen: Wie sie berichtete, wurde sie 2015 sogar für die Special Olympics in Los Angeles nominiert und bekam dort drei Goldmedaillen.
Beim Fackeltag wird Nicole Arndt die Fackel zusammen mit dem Dillinger Bürgermeister Christian Finkler ein Stück durch Dillingen tragen. An der AWO-Werkstatt für Menschen mit Behinderung in der Konrad-Adenauer-Allee in Dillingen startet „ihr“ Fackellauf, er führt durch das Wohngebiet Dillingen-Pachten (Cäcilienstraße/Ursulinenstraße bis Zugang/Parkplatz Ökosee). Neben dem Duo Arndt/Finkler sind noch drei weitere Fackellaufpaare hier am Start, jeweils Sportlerinnen und Sportler der AWO zusammen mit prominenten Partnerinnen und Partnern. Begleitet werden sie unter anderem von AWO-Beschäftigten, Bewohnerinnen und Bewohnern und Mitarbeitenden aus Seniorenheimen, vom Seniorenbeirat und dem Inklusionsbeirat der Stadt Dillingen und der Lebenshilfe aus dem Kreis Saarlouis. Mitwirkende ist auch die Para-Gespannfahrerin und WM-Silbermedaillengewinnerin Ivonne Hellenbrand. Die Trommler der Musikgruppe „Gugge Mol“ geben den musikalischen Takt für den Fackelmarsch vor.
Nicole Arndt sagte beim Pressegespräch voller Überzeugung: „Ich freue mich, zusammen mit vielen anderen Menschen mitzumachen.“ Und was die Special Olympics Nationalen Spiele angeht, die in der Woche drauf über die Bühne gehen, betonte sie, dass die Platzierung für sie nicht das Wichtigste sei: „Hauptsache man hat Spaß am Sport und trifft andere Leute.“
Davon, dass dieser Fackeltag vielen Menschen einen riesigen Spaß machen wird, davon waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pressegespräches fest überzeugt. Landrat Patrik Lauer prognostizierte: „Ich glaube, es wird ein gigantisches Bürgerfest, ein tolles Freundschaftsfest und ein Zeichen für gelebte Inklusion.“ Er schloss mit einem herzlichen Dankeschön für die Bereitschaft der vielen Helferinnen und Helfer, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem machen werden.
Alle Infos zum Fackeltag gibt es auf der Homepage des Landkreises Saarlouis.