Asiatische Tigermücke
Haben Sie eine ungewöhnlich schwarz-weiß gestreifte Mücke entdeckt? Dann könnte es sich um die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) handeln. Die ursprünglich aus Südostasien stammende Mückenart breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland aus und wurde 2023 erstmals im Saarland nachgewiesen. Die Asiatische Tigermücke ist tagsüber aktiv und gilt als besonders stechfreudig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sie Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren übertragen. Das Risiko einer Übertragung dieser Erkrankungen im Saarland wird derzeit jedoch als gering eingeschätzt. Ihre Aufmerksamkeit kann dazu beitragen, die Ausbreitung dieser Mückenart besser nachzuvollziehen. Auf dieser Seite erfahren Sie, woran Sie die Asiatische Tigermücke erkennen, wie Sie mögliche Brutstätten vermeiden können und wie Sie einen Verdachtsfund melden können.
Vorgehen zur Meldung von Stechmücken
Tigermücke gefunden? Gerne können Sie das Exemplar der Stechmücke, zur Bestimmung uns senden.
Wichtige Info zur Handhabung, bevor sie die Stechmücke einsenden:
- Das Exemplar ein einem Behältnis fangen und über Nacht einfrieren
- Das Exemplar sollte trocken gelagert werden. (Bitte nicht in Flüssigkeit aufbewahren!)
- Möglichst im Ganzen zum Beispiel in einem Plastikröhrchen, einer Steichholzschachtel oder ähnlichem versenden
Bitte geben Sie bei der Einsendung zusätzlich die Adresse oder genaue Angaben zum Fundort an, sowie das Datum des Fundes und Ihre Kontaktdaten an. Sie können das Exemplar auch vor Ort im Gesundheitsamt, Choisyring 5, 66740 Saarlouis an der Zentrale abgeben oder wie beschrieben, postalisch Einsenden. Bitte informieren Sie bei der Abgabe im Gesundheitsamt das Personal darüber, dass es sich um eine Tigermücke handelt. Sofern Sie ein Foto des Insekts gemacht haben, können Sie uns dies auch vorab per Email und o.g. Daten an ifsg@kreis-saarlouis.de senden. Bitte bewahren Sie das Exemplar zu Hause auf, falls eine Bestimmung erfolgen soll.
Warum muss die Tigermücke bekämpft werden?
Aufgrund ihrer extremen Stechfreude, führt ihr Aufkommen zu einer ausgeprägten Belästigung von Anwohnern, dadurch schränkt sie die Lebensqualität von Betroffenen ein. Bei vorhandenen Populationen ist es Betroffenen kaum möglich sich in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon aufzuhalten. Zudem können Tigermücken potenziell tropische Krankheiten übertragen. Dazu gehört Zika, Dengue-, Chikungunya- und West-Nil-Fieber. Die Tigermücke trägt diese Krankheiten nicht von Natur aus in sich. Eine Übertragung hierzulande setzte voraus, dass die Mücke zuvor einen Infizierten (z.B. einen Reiserückkehrer) sticht und das Virus bei einer Blutmahlzeit in sich aufnimmt. Erst nach Aufnahme der Viren in die Mücke ist eine Übertragung durch Stiche weiterer Personen möglich.
Besonderheiten
Die Eier der Tigermücke haben eine hohe Wiederstandfähigkeit und können Trockenperioden als auch Frost überstehen. Sobald Sie erneut mit Wasser in Kontakt treten bzw. damit bedeckt werden, verläuft der Entwicklungszyklus weiter. Die Larven können im Zeitraum von März bis Oktober schlüpfen. Dementsprechend ist in diesem Zeitraum die Aktivität der Tigermücke am höchsten. Tigermücken durchlaufen einen kurzen Lebenszyklus von nur wenigen Wochen. Aufgrund dessen kommt es von Frühjahr bis Herbst nicht nur zu mehreren Generationen, sondern auch zu einem exponentiellen Anstieg der Population im Laufe der Saison.
Welche Gegenstände können generell als Brutstätte fungieren?
Grundsätzlich können alle nahezu natürlichen oder künstlichen Wasseransammlungen, in denen Wasser innerhalb von einer Woche nicht vollständig abtrocknen kann, als Brutstätte fungieren. Kleinste Behälter in Form von z.B. Flaschendeckel sind hierbei ausreichend. Fließende Gewässer und belebte Gartenteiche, sind aufgrund vorhandener Fressfeinde keine relevante Brutstätte für Tigermücken.
Präventive Maßnahmen
- Entfernen potenzieller Brutstätten:
Gegenstände, in denen sich bei Regen kleine Wasseransammlungen bilden können, entleeren oder ggf. entfernen. Hierbei ist wichtig das, dass abgestandene Wasser nicht über den Abfluss entsorgt wird, um eine Weiterverbreitung von Eiern und Larven über das Abwasser zu verhindern. Ausgießen des Wassers auf frei oder Grünflächen.
Beispielsweise: Eimer, Gießkannen, Spielzeug, Gartenutensilien, Deko-Artikel, Schuhe, Reifen oder Plastikverpackungen.
- Geplante Wasseransammlungen (z.B. Vogeltränken, andere Tiernäpfe oder Planschbecken) kontrollieren:
Stehendes Wasser mindestens 1x wöchentlich erneuern. Behälter mit einer Bürste reinigen und das Wasser vergießen, um Eier zu entfernen. Falls das Material es zulässt, können Behälter auch ausgekocht werden. Gut gepflegte und gechlorte Pools mit zirkulierendem Wasser, stellen in der Regel keine Brutstätten dar.
- Regentonnen säubern und abdichten:
Regentonnen sollten mit Bürsten geschrubbt werden. Das zur Reinigung verwendete Wasser sollte anschließend im Garten vergossen werden. Die Regentonne sollte so abgedichtet werden, dass eine Besiedlung von Fluginsekten nicht möglich ist. Zum Beispiel mit einem geschlossenen Deckel oder einem Fliegennetz bzw. einem Fliegengitter.
- Weitere potenzielle Brutstätten abdichten:
Fuß (Rohr) des Sonnenschirmes, hohle Rohre und Pfähle beispielsweise mit einer umgedrehten Plastikflasche, einem passenden Deckel verschließen oder anderweitig abdichten.
- Regelmäßige Reinigung der Regenrinne:
Die Regenrinne sollte regelmäßig von Laub befreit werden, um Wasseransammlungen zu verhindern.
- Gartenteiche naturnah gestalten:
Die naturnahe Gestaltung eines vorhandenen Gartenteiches, fördert die Ansiedlung von natürlichen Fressfeinden wie z.B. Libellen, Wasserkäfer oder Wasserwanzen.
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