Katastrophenschutzübung des Kreises zeigt gutes Zusammenspiel aller Beteiligten
Der Landkreis Saarlouis, drei Krankenhäuser, die Hilfsorganisationen, Polizei und Bundeswehr haben, unterstützt von der Stadt Saarlouis, gemeinsam für den Ernstfall trainiert. Angenommenes Szenario für die großangelegte Katastrophenschutzübung am 5. September 2026 war der plötzliche Teileinsturz und folgende Brand des Theaters am Ring in Saarlouis durch einen Meteoritenfragmenteinschlag – ein schweres Unglück, durch das sehr viele Menschen teils schwer verletzt werden; eine Situation, die sehr unübersichtlich und dementsprechend herausfordernd für alle ist, die helfen und handeln wollen. Schlussendlich eine große Lage, bei der der Landkreis als Untere Katastrophenschutzbehörde die Einsatzleitung übernimmt.
Insgesamt waren ungefähr 600 Personen beteiligt - darunter auch 80 Verletztendarsteller, die, aufwändig geschminkt und entsprechend agierend, zusätzlich dafür sorgten, dass alles äußerst realistisch wirkte. Angesetzt war das Übungsgeschehen von 10 bis 15 Uhr, hierfür wurden auch einige Straßen in der Innenstadt (teil-)gesperrt. Das Ganze stieß auf ein großes Interesse bei Medien und Passanten, beendet wurde die Übung mit einer Abschlussveranstaltung in der Lisdorfer Hans-Welsch-Halle.
„Wir haben uns ein anspruchsvolles Übungsszenario gesucht, das auch Verkehrsbehinderungen mit sich bringt, aber auch mit Aufgaben, die alle Blaulichtorganisationen, aber auch Polizei und Bundeswehr, die wir hinzugezogen haben, fordern werden“, sagte Landrat Patrik Lauer bei einem Pressegespräch zum Geschehen am Morgen. Er erklärte auch, warum er eine solche Übung für so wichtig erachtet: „Die Wahrscheinlichkeiten, dass eine Krise eintritt, sind größer geworden, das hat klimabedingte, gesellschaftliche und geopolitische Gründe. Deswegen sehen wir uns in der Pflicht, dass wir uns gut vorbereiten. Man muss in einer Krise Automatismen entwickeln, damit keine wertvolle Zeit verloren geht.“
Übungsleiter Matthias Strauß vom Amt für Sicherheit und Ordnung des Kreises erläuterte den Pressevertreterinnen und -vertretern, dass die Übung von Seiten der Kreisverwaltung Saarlouis weit über ein Jahr geplant und entwickelt worden sei. Die vielen Partner hätten sich in vielfältiger Weise eingebracht. So hatte etwa die Stadt Saarlouis sowohl das Theater am Ring als auch die Hans-Welsch-Halle zur Verfügung gestellt und sich umfangreich an den Vorbereitungen beteiligt. Strauß betonte: „Uns war wichtig, dass diese Übung für alle einen möglichst großen Mehrwert hat.“
Und dass dieses Ziel erreicht werden konnte, zeigte sich bei der Übung deutlich. Für die Hilfsorganisationen galt es nach der Alarmierung, die vielfältigen Rettungs- und Löscharbeiten, die nach so einem Unglück anfallen, bestmöglich zu koordinieren und umzusetzen. Dies realisierten sie in vielfältiger Art und Weise. Unter anderem sorgte das THW im Inneren des Theaters für entsprechende Abstützmaßnahmen; Rettungshunde der Rettungshundestaffel erschnüffelten sich zu „Opfern“ der angenommenen Katastrophe; auf dem Kleinen Markt wurden Zelte aufgebaut, in denen „Verletzte“ vom DRK erstversorgt wurden; am Saaraltarm installierte der Wasserförderzug des Landkreises Saarlouis eine Wasserentnahmestelle, um die Wasserversorgung für die Löscharbeiten der Feuerwehr Saarlouis zu sichern; in der Hans-Welsch-Halle in Lisdorf richten die Maltester eine Notunterkunft ein, und, und, und...
Bei der Übung stand auch die Erprobung der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung (KAEP) im Fokus. Beteiligt waren daher das Caritas-Krankenhaus Lebach, das Krankenhaus Saarlouis vom DRK und das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis. Auf diese drei Krankenhäuser wurden die „Patienten“ verteilt und eingeliefert, entsprechend begutachtet und die ärztliche Versorgung eingeleitet.
Im Landratsamt liefen derweil, wie üblich bei solch einem Großschadensereignis, die Fäden zusammen. Zwei Stäbe nahmen fiktiv ihre Arbeit auf und arbeiteten die verschiedenen Problemstellungen, die sich durch immer wieder neue Entwicklungen des Übungsszenarios ergaben, ab. Der Operativ-Taktische Stab koordinierte die Einsatzmaßnahmen vor Ort. Der Administrativ-Organisatorische Stab leitete hingegen die erforderlichen Verwaltungsmaßnahmen. In den beiden Stäben wurde – wie bei einer tatsächlichen Katastrophe auch - entschieden, was getan wird, angefangen von der Koordination der konkreten Hilfe vor Ort bis zur Bevölkerungsinformation auf verschiedenen Plattformen und der Einrichtung eines Bürgertelefons in Kooperation mit der Patientenauskunftstelle des DRK.
Von dem vielfältigen Wirken vor Ort machte sich neben Landrat Patrik Lauer auch Innenminister Reinhold Jost ein Bild, der den Mitwirkenden ausdrücklich dankte: „Die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Beteiligten zeigt, wie ein gut aufgestellter Katastrophenschutz aussehen und funktionieren muss.“
Bei der Abschlussveranstaltung in der Hans-Welsch-Halle in Saarlouis-Lisdorf zogen Landrat Patrik Lauer und Daniela Colling, Dezernentin des zuständigen Kreis-Dezernates III, Sicherheit und Ordnung, ein sehr positives Fazit der Übung. Landrat Lauer betonte, dass das gelungene Zusammenspiel einmal mehr gezeigt habe, „dass wir gemeinsam schwierige Situationen sehr gut meistern können. Ich gehe heute mit einem guten Gefühl nach Hause.“ Ein Eindruck, den in der Folge auch die anderen Akteure in ihren kurzen Resumees bestätigten. „Was zusammen geleistet wurde, war phantastisch“, hieß es in einem Redebeitrag, die Übung wurde weiterhin als „super Event“ bezeichnet und es gab zu guter Letzt viel Lob und Beifall für die Übungsleitung und die leckere Verpflegung bei der Abschlussveranstaltung.
Beteiligt an der Übung waren neben dem Landkreis Saarlouis das Caritas-Krankenhaus Lebach, das Krankenhaus Saarlouis vom DRK, das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis, die Saarlouiser Polizei, die Kreisstadt Saarlouis, die Freiwilligen Feuerwehren, der Rettungsdienst, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Malteser Hilfsdienst (MHD), das Technische Hilfswerk (THW), die Rettungshundestaffel Saar (BRH), die Notfallseelsorge und Krisenintervention (PSNV) sowie der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Saar und das Kreisverbindungskommando der Bunderwehr (KVK Saarlouis).