Neubau der Anne-Frank-Schule schreitet voran – Land unterstützt Großprojekt mit 12,7 Millionen Euro
Große finanzielle Unterstützung für ein bedeutendes Bildungsprojekt im Landkreis Saarlouis: Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Innenminister Reinhold Jost und Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot haben kürzlich auf der Baustelle für die neue Anne-Frank-Schule in Saarlouis Schecks in Höhe von insgesamt 12,7 Millionen Euro an Landrat Patrik Lauer überreicht.
Scheckübergabe in der Baustelle für den Schulneubau, von links: Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, Innenminister Reinhold Jost, Kreis-Bildungs- und Baudezernentin Monika Braun, Landrat Patrik Lauer, Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Schüler Johnas Jost, Raphael Schäfer, MdL, und Florian Schäfer, MdL. Foto: Landkreis Saarlouis/Yannick Hoen
Seit Sommer 2025 wird auf einer großen Baustelle am Standort In den Fliesen in Saarlouis eifrig gebaut. Dort nämlich entsteht Stück für Stück ganz in der Nähe der Gemeinschaftsschule In den Fliesen ein weiterer großer Schulkomplex – der Neubau der Anne-Frank-Schule (AFS), Förderschule Lernen.
Bauherr ist der Schulträger, der Landkreis Saarlouis. Und für den gab es kürzlich eine gute Nachricht. Denn die Landesregierung unterstützt das mit rund 20,6 Millionen Euro Baukosten angesetzte Vorhaben mit insgesamt 12,7 Millionen Euro (rund 5,3 Millionen Euro aus dem „Baustein“-Programm plus rund 7,4 Millionen Euro aus einer Bedarfszuweisung). Auf der Baustelle überreichten Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Innenminister Reinhold Jost und Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot entsprechende Schecks an den Saarlouiser Landrat Patrik Lauer. Die Mittel dienen als Aufstockung einer Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 375.000 Euro. Somit beträgt der verbleibende kommunale Anteil des Landkreises rund 7,4 Millionen Euro.
Das Ganze fand im Rahmen einer kleinen Feier auf dem Baustellengelände in einem gemauerten, aber noch dach- und fensterlosen Raum statt, der später einmal die Lehrküche werden wird. Schülerinnen und Schüler des Grundstufenchors der Anne-Frank-Schule sorgten für die passende musikalische Umrahmung. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kreis-Bildungs- und Baudezernentin Monika Braun, die den Gästen auch die nähere Konzeption erläuterte. Ein kurzes Video dokumentierte zudem den Baufortschritt und zeigte eine Vision des fertigen Gebäudes.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger betonte: „Wir investieren kraftvoll in unsere Schulen: in neue Gebäude ebenso wie in die Modernisierung vorhandener! Denn die wichtigste Ressource, die wir haben, sind gut ausgebildete Menschen! Jeder Euro, den wir in ein modernes Schulgebäude, in besseres Lernmaterial oder in die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern stecken, zahlt sich doppelt und dreifach aus. Und das Wichtigste: Dieses Geld zahlt auf eine starke, demokratische und aufgeklärte Zivilgesellschaft ein. Gerade eine Schule, die den Namen von Anne Frank trägt, erinnert uns täglich an diesen Auftrag: Demokratie muss Tag für Tag gelebt werden.“
Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport, sagte: „Mit „Baustein“ schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass unsere Schülerinnen und Schüler in modernen, nachhaltigen und zeitgemäßen Schulgebäuden lernen können. Dabei legen wir großen Wert darauf, das Programm in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen stetig konstruktiv weiterzuentwickeln.“
Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur: „Jedes Kind verdient die Chance, seine Stärken und Talente zu entfalten. Genau dafür setzen sich an der Anne-Frank-Schule engagierte Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte Tag für Tag ein. Sie begleiten junge Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen und ermutigen sie darin, an sich zu glauben und über sich hinauszuwachsen. Damit diese wertvolle Arbeit künftig unter noch besseren Bedingungen gelingen kann, schaffen wir mit dem Neubau moderne Räume zum Lernen und Wohlfühlen. Mit rund 5,3 Millionen Euro aus unserem Schulbauprogramm „Baustein“ investieren wir damit nicht nur in ein modernes Schulgebäude, sondern vor allem in mehr Teilhabe, bessere Bildungschancen und die Möglichkeit für junge Menschen, ihre Zukunft selbstbestimmt zu gestalten.“
Bei der Feier konnten die Anwesenden auch die Pläne für die Schule anschauen. Foto: Landkreis Saarlouis/Yannick Hoen
Großer Dank kam nicht nur von Landrat Lauer, sondern auch von Mitgliedern der Schulgemeinschaft der Anne-Frank-Schule mit Schulleiterin Sabine Speicher an der Spitze. Und am Ende gab es noch selbst entworfene und gebastelte Geschenke der Schülerinnen und Schüler für die Mitglieder der Landesregierung und den Landrat. Letzterer betonte, dass diese Unterstützung des Landes die Bemühungen des Kreises, stets bestmögliche Lehr- und Lernbedingungen vorzuhalten, honoriere. „Hier, In den Fliesen, entsteht nicht nur eine topmoderne neue Schule, sondern langfristig sogar noch viel mehr, nämlich ein ganzer inklusiver Bildungscampus. Dieser wird die Schulgemeinschaften der GemS In den Fliesen und der Anne-Frank-Schule, Förderschule Lernen, auf vielen Ebenen zusammenführen. Das ist gleichermaßen innovativ wie zeitgemäß – und wird sicherlich beispielgebend für weitere Projekte sein.“
Der Kreis hatte sich vor allem aus zwei Gründen für den Neubau entschieden: Einerseits waren die Schülerzahlen so gestiegen, dass die vorhandenen Räumlichkeiten in der Zeughausstraße, in der aktuell 217 Schülerinnen und Schüler lernen, zu klein wurden. Und andererseits entspricht das bisher genutzte Gebäude nicht mehr den aktuellen Anforderungen, gerade auch vor dem Hintergrund eines Ganztagsschulbetrieb, den die Schule künftig anstrebt.
Das neue Bauwerk, der bis zu drei Geschosse bieten wird, soll Schulräume für die Grundstufe (1-6) und die Hauptstufe (Klassenstufe 7 bis 10), verschiedene Funktionsräume, Aufenthaltsräume für den Ganztag, Räume für die Verwaltung und Lehrerschaft, Räume für das Förderzentrum und die schulische Rehabilitation bieten. Die Netto-Raumfläche des neuen Gebäudes wird ca. 5.000 m² betragen, der umbaute Raum hat eine Größe von ca. 26.000 m³. Auch eine bespielbare Außenfläche ist geplant.
Der Bau erfüllt die neusten energetischen Standards. So werden die Dächer begrünt und mit Photovoltaikanlagen belegt. Weiterhin wird mit Wärmepumpen, Fernwärme, modernem Sonnenschutz und Verglasungen sowie einer Dämmung nach den neusten Standards gearbeitet.
Die darüber hinaus geplante Mensa soll von der AFS und von der Gemeinschaftsschule In den Fliesen im Rahmen des später geplanten „Inklusiven Bildungscampus In den Fliesen“ gemeinsam genutzt werden. Hier sollen Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrkräfte und Beschäftigte beider Schulen gemeinsam lernen, arbeiten, essen, Projekte umsetzen und noch vieles mehr. Auch das Schülerforschungszentrum soll am Standort verortet werden.


