Anne-Frank-Schule gestaltet Schulhof um

„Was bedeutet Umweltgerechtigkeit und was hat das mit unserem Schulhof zu tun?“ Damit haben sich acht Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 7, 8 und 9 der Saarlouiser Anne-Frank-Schule im Rahmen eines Projekts der Zukunftswerkstatt des Landkreises Saarlouis beschäftigt. Am Ende stand nun die Abschlusspräsentation, bei der die Jugendlichen das Schulhofmodell den Vertreter des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz und des Landkreises präsentierten.

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Bei der Begrüßung betonte Schulleiterin Sabine Speicher, dass die Anne-Frank-Schule sich eigentlich mit ihrem Schulhof glücklich schätzen könne. „Unsere Schule liegt nah an der Stadt und wir haben dennoch einen großen und grünen Schulhof – das ist schon etwas Besonderes. Trotzdem ist er unser Problemkind.“ Da rund 190 Schülerinnen und Schüler von Klassenstufe 1 bis 10 die Anne-Frank-Schule besuchen, müssen sich Kinder und Jugendliche der Grund- und der weiterführenden Schule den Hof teilen. „Konflikte sind durch die unterschiedlichen Interessen der Altersgruppen leider vorprogrammiert.“

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Natalie Sadik, Schulentwicklungsplanerin des Landkreises Saarlouis, hat in mehreren Sitzungen mit den Schülerinnen und Schülern Aspekte der Umgestaltung diskutiert: „Was ist gut an unserem Schulhof, was ist schlecht? Wie können wir die momentane Situation verbessern? Und: was heißt denn nun Umweltgerechtigkeit?“ Die Nähe zu und die Erfahrbarkeit von Natur und Umwelt dürfe keine Sache von sozialer Herkunft und Bildungsniveau sein, sondern müsse jeder Mensch und jedes Kind gleichermaßen erleben können, erklärte Minister Jost. Er war begeistert von dem sorgfältig durchdachten Modell der Schülerinnen und Schüler: „Das Projekt nehme ich gern als Best Practice-Beispiel im Juni mit nach Berlin – und euch am besten gleich mit.“ Spontan spendierte der Minister, in dessen Ressort auch die Forstwirtschaft fällt, drei Garnituren Sitzbänke und Tische aus dem Saarforst. Des Weiteren stellte er bei entsprechender Antragsstellung Fördergelder für die weitere Umgestaltung des Schulhofes in Aussicht.

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Die jungen Schulhofplaner überzeugten nicht nur durch ihre Bestandsanalyse und die vielen guten Ideen, die sie mit in das Projekt brachten. „Ihr habt keine Traumschlösser gebaut, sondern immer darauf geachtet, was im Rahmen der Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, machbar ist“, freute sich Natalie Sadik über die gute Mitarbeit des engagierten Schülerteams. Mittels eines Punktesystems wurden die Ideen priorisiert. Besonders wichtig war die Trennung des Schulhofes in einen Ruhe- und einen Sportbereich, so dass sich die jungen Schüler austoben und die Älteren entspannen können. Des Weiteren wurde aufgeführt: neue Bänke und Bankkreise als Sitzmöglichkeit, Entfernung der Graffitis von den Schulhofwänden, ein zweites Fußballtor und ein Basketballkorb. Nur drei Tage nach Ende des Modellbaus rollten bereits die ersten Bagger, die Umbaumaßnahmen sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

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Landrat Patrik Lauer war sichtlich beeindruckt von den Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule: „Ihr könnt selbstbewusst und stolz sein auf eure Leistung. Ihr habt gezeigt, dass es sich lohnt, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Vielleicht gelingt es nicht immer, aber davon darf man sich nicht entmutigen lassen.“ Die Anne-Frank-Schule zeige, dass Partizipation als Leitprinzip voll aufgeht. Das sei ohne die engagierte Schulleitung und das tolle Kollegium nicht möglich.

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Saarlouis, den 30. Mai 2017

pdl