Landkreis Saarlouis und Kreisstadt Merzig arbeiten künftig im Vergabewesen zusammen
Der Landkreis Saarlouis und die Kreisstadt Merzig gehen neue, innovative Wege in Sachen Interkommunaler Zusammenarbeit (IKZ): Der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer und der Oberbürgermeister der Kreisstadt Merzig, Marcus Hoffeld, haben am Mittwoch, 4. Februar 2026, im Saarlouiser Landratsamt eine entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung unterzeichnet. Diese legt fest, dass die Kreisstadt Merzig künftig die Dienste der beim Kreis Saarlouis angesiedelten Zentralen Vergabestelle (ZVS) in Anspruch nimmt. Die Vereinbarung gilt vorerst für ein Jahr, soll aber nach einer erfolgreichen Erprobung auf Dauer angelegt sein. Der Kooperation wurde von den zuständigen Beschlussgremien, dem Saarlouiser Kreistag und dem Stadtrat in Merzig, einstimmig zugestimmt.
Der Merziger Oberbürgermeister Marcus Hoffeld (links) und der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: Landkreis Saarlouis/Yannick Hoen
Die interkommunale Zusammenarbeit im Bereich der Zentralen Vergabestelle innerhalb des Landkreises Saarlouis besteht seit 2023. Insgesamt sind bis dato neun kreisangehörige Kommunen sowie die Landkreisverwaltung selbst beteiligt, nun kommt die Kreisstadt Merzig hinzu. Der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer betont: „Wir freuen uns sehr über diese erste kreisübergreifende Zusammenarbeit in diesem Bereich. Das Interesse der Kreisstadt Merzig an unserer ZVS belegt eindrucksvoll, dass dieses sehr erfolgreiche und im Übrigen auch schon ausgezeichnete Projekt auch überregional Anerkennung findet. Ein Beispiel, das Schule machen könnte – und sollte!“
Der Merziger Oberbürgermeister Marcus Hoffeld betonte anlässlich der Unterzeichnung, mit der Kooperation gehe die Kreisstadt Merzig einen wichtigen Schritt in Richtung einer modernen und effizienten Verwaltung. „Die Zusammenarbeit mit der Zentralen Vergabestelle des Landkreises Saarlouis stärkt unsere Rechtssicherheit, bündelt Fachkompetenz und schont zugleich personelle Ressourcen“, so der OB. Zugleich erklärte er, die Stadt schaffe damit Freiräume, um sich stärker auf die fachlichen Kernaufgaben im Bereich Tiefbau zu konzentrieren, und setze bewusst auf eine zukunftsorientierte interkommunale Zusammenarbeit, von der alle Beteiligten profitieren.
Zum Hintergrund: Öffentliche Auftraggeber sind dazu verpflichtet, Vorhaben wie etwa Neubauprojekte, Sanierungsarbeiten oder Beschaffungen aller Art über transparente, formal festgelegte Vergabeverfahren zu realisieren. Die öffentlichen Gelder sollen so effizient eingesetzt werden, die Ausgaben und der Prozess sollen nachvollziehbar wie rechtssicher sein. Wirtschaftlichkeit, Wettbewerb, Gleichbehandlung und noch viele weitere Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle in Vergabeangelegenheiten.
Gruppenfoto im Rahmen der Vertragsunterzeichung (von links): Anna Bohlen (stellv. Leiterin Hauptamt, Kreisstadt Merzig), Thomas Klein (Leiter Hauptamt, Kreisstadt Merzig), der Merziger Oberbürgermeister Marcus Hoffeld, der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer, Marc Weisgerber (Dezernent DI, Zentrale Steuerung und Finanzen, Landkreis Saarlouis), Mathias Brocker (Kommissarischer Leiter Hauptamt, Landkreis Saarlouis) und Alexander Trenz (Sachgebietsleiter Zentralen Vergabestelle, Landkreis Saarlouis). Foto: Landkreis Saarlouis/Yannick Hoen
Im Landkreis Saarlouis und nun auch bei der Kreisstadt Merzig werden solche Verfahren grundsätzlich und überwiegend von der ZVS betreut, von den ersten Überlegungen und der Beratung der Kooperationspartner zum Vergabeverfahren über dessen Durchführung bis zur Empfehlung über die Auftragsvergabe für die kommunalen Beschlussgremien. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass die fachliche Expertise gebündelt wird und einheitliche Standards angewendet werden. Auch die Unternehmen profitieren: Sie können auf alle Ausschreibungen und Vergabeunterlagen der beteiligten Kommunen über eine einheitliche Plattform zugreifen. Die Prozesse sind hier unter Anwendung einer modernen Vergabemanagementplattform weitgehend digitalisiert und auch der verwaltungsinterne Austausch erfolgt überwiegend papierlos und damit verwaltungseffizient.
Dass die Zentrale Vergabestelle des Landkreises Saarlouis vorbildhaft für andere Auftraggeber sein kann, das zeigte die jüngste Auszeichnung. Das Projekt ZVS des Landkreises Saarlouis wurde unlängst durch das Kompetenzzentrum für innovative Beschaffung (KOINNO), das vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geführt wird, als „innovativer öffentlicher Auftraggeber“ mit dem Gold-Zertifikat, dem höchsten Standard bundesweit, ausgezeichnet.