Plätze für den Notfall – Bundeswehr im Saarland und Kita-Kinderland in Saarwellingen starten bundesweit einzigartige Kooperation

Die Bundeswehr im Saarland und der Landkreis Saarlouis gehen in der Kinderbetreuung gemeinsam neue Wege. Gegenstand sind in den Einrichtungen der Kita Kinderland gGmbH in Saarwellingen vorgehaltene Notfallbetreuungsplätze, die von allen Bundeswehrstandorten im Saarland in Anspruch genommen werden können. Die Einrichtungen in Trägerschaft des Landkreises Saarlouis kommen den Bedarfen der Bundeswehr dabei insbesondere mit ihren verlängerten Öffnungszeiten entgegen. Mit ausgedehnten Betreuungszeiten von 5 bis 22.30 Uhr und keinerlei Schließzeiten sind sie immer noch einzigartig im Saarland.

Alle Bundeswehrstandorte im Saarland profitieren      

Oberst Klaus Peter Schirra, Kommandeur des Landeskommando Saarland und gleichzeitig auch Standortältester für die Bundeswehrstandorte Saarlouis, Lebach und Sankt Wendel, freut sich für die Soldatinnen und Soldaten sowie die zivilen Bundeswehrangehörigen im Saarland: „In unserem Fall liegt die derzeit – und das sogar Bundeswehr weit – einzigartige Besonderheit vor, dass mit dem Vertragsschluss für den Standort Saarlouis der vorhandene Notfallbetreuungsbedarf nicht nur für einen einzelnen Bundeswehrstandort, sondern vielmehr für die Bundeswehrstandorte innerhalb eines kompletten Bundeslandes gedeckt werden konnte."

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird erleichtert

Landrat Patrik Lauer bei der Vertragsunterzeichnung: „Wir freuen uns, dass wir die Bundeswehr saarlandweit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen können. Flexible Kinderbetreuung ist ein Zukunftsthema, dass wir bald mit der dritten Einrichtung in Trägerschaft des Landkreises besetzen. Damit führen wir eine Erfolgsgeschichte fort und sind attraktiver Dienstleister für Eltern und Unternehmen.“

Die Notfallbetreuungsplätze können beispielsweise im Rahmen von kurzfristigen Versetzungen ins Saarland, bei übungs- oder einsatzbedingter Abwesenheit oder im Krankheitsfall der Soldatinnen und Soldaten abgerufen werden. „Sobald die Kinder bei uns sind, wird in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt und unter Federführung des Sozialdienstes des BwDLZ Zweibrücken eine Kinderbetreuung auf Dauer in einer wohnortsnahen Kita-Einrichtung organisiert“, erklärt Kinderland-Geschäftsführer Ralf Weber. Durch diese Vereinbarung würden allerdings keine Plätze speziell für die Bundeswehr freigehalten und somit auch keinem Kind im Landkreis Saarlouis ein Betreuungsplatz weggenommen. „Es ist immer ein Zusatzangebot im Rahmen unserer Möglichkeiten", ergänzt Weber.

„Ich freue mich außerordentlich in der Eigenschaft als Auftraggeber über den Erwerb von bis zu drei Notfallbetreuungsplätzen. Der Sozialdienst unserer Dienststelle nimmt bei der Umsetzung dieser Maßnahme einen sehr großen Stellenwert ein und leistet damit einen erheblichen Beitrag für die Umsetzung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so der stellvertretende Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Zweibrücken, Regierungsamtsrat Bernd Häußler, bei der Vertragsunterzeichnung im Saarwellinger Campus II der Kinderland gGmbH.

Vertragsunterzeichnung Kita-BW
Oberst Klaus Peter Schirra, Kommandeur des Landeskommandos,
Landrat Patrik Lauer, Kita-Geschäftsführer Ralf Weber und Bernd Häußler
vom Bundeswehr Dienstleistungszentrum bei der Vertragsunterzeichnung.

Hintergrund:

Startschuss der Kooperation war am 1. November und der ist gut gewählt, denn bald bekommen die beiden Häuser auf dem Campus Nobel noch Zuwachs: Schon in einigen Tagen wird in direkter Nachbarschaft der Grundstein zum dritten Campus der Kita-Kinderland gelegt.

Mit der „Agenda Attraktivität“ und dem „Artikelgesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“ wurden verschiedene Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Dienst zu verbessern. Eine familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik trägt ebenso zu einer ausgewogenen „Work-Life-Balance“ bei, wie beispielsweise das zeit- und ortsunabhängige Arbeiten, der Familienservice sowie Angebote zur Kinderbetreuung und zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen. Vor dem Hintergrund, dass der Dienst in der Bundeswehr kein Beruf wie jeder andere ist, entwickelt, fördert und etabliert der Arbeitgeber Bundeswehr seit Jahren – mit steigender Tendenz – Maßnahmen und Initiativen für eine bedarfsorientierte, wirksame Betreuung und Fürsorge seiner zivilen und militärischen Beschäftigten samt ihrer Familien.

Eine Verbesserung der Betreuungssituation findet sukzessive und bedarfsangepasst in enger Zusammenarbeit mit den Ländern, Städten und Gemeinden statt, da diese für die Sicherstellung einer Kindertagesbetreuung unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben des Bundes und des jeweiligen Bundeslandes verantwortlich sind. Betreuungsdefizite werden – sofern möglich – in erster Linie durch den Erwerb von Belegrechten abgebaut, aber auch durch die Einrichtung von Kindertages- und Großtagespflegen sowie den Bau bundeswehrnaher Kindertagesstätten.

Insgesamt stehen den Beschäftigten der Bundeswehr aktuell über 800 Betreuungsplätze in unterschiedlichen externen und internen Betreuungseinrichtungen zur Verfügung. Dieses Angebot wird ergänzt durch die rund 350 Eltern-Kind-Arbeitszimmer, die mittlerweile in zahlreichen Dienststellen der Bundeswehr eingerichtet sowie weitere noch in Planung sind. Bei kurzfristigen Ausfällen von Betreuungspersonen oder pflegebedürftigen Angehörigen hilft auch der externe Familienservice, der innerhalb von 24 Stunden Betreuungs- oder Pflegepersonen vermitteln kann. Darüber hinaus vermittelt der Familienservice auch eine Kinderferienbetreuung.

Saarlouis, 2. November 2017
pdl


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