Bewertungskriterien

Die Bewertung wird durch eine unabhängige Kommission vorgenommen. Diese setzt sich aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Verbänden und politischen Gremien zusammen.

Im Mittelpunkt ihrer Betrachtung steht das Engagement der Dorfgemeinschaft nach dem Motto „Was haben wir bislang erreicht? Was tun wir für die Zukunft?“. Dabei werden die Leistungen unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage und der Möglichkeiten der Einflussnahme der Dorfgemeinschaft auf die Entwicklung ihres Dorfes bewertet.
Honoriert wird das, was das Dorf ausmacht, der IST-Zustand, also das was bisher erreicht wurde sowie die geplanten Entwicklungsschritte und Zukunftsperspektiven.

Die Bewertungskriterien:

  1. „Unser Dorf hat Zukunft, weil wir Ziele und Konzepte entwickeln, wirtschaftliche Initiativen unterstützen und zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen.“

    Grundlage für die Betrachtung ist immer der Ausgangspunkt. Die Dorfgemeinschaft richtet einen Blick auf ihr Dorf, ermittelt den IST-Zustand und schaut auf das, was bisher erreicht wurde. Darauf aufbauend, können in einem offenen Abstimmungsprozess Ideen, Leitbilder und Konzepte für eine planvolle Weiterentwicklung entstehen. Dabei sind kommunale Festlegungen und Vorgaben und interkommunale Zusammenarbeit sowie regionale Kooperationen zu betrachten. Das Zusammenspiel von Wirtschaft, Landwirtschaft, Ehrenamt, Verwaltung, Kultur-und Bildungseinrichtungen sowie privater Initiativen sind hier von großer Bedeutung. Der Wettbewerb berücksichtigt das „Miteinander“ und betrachtet, wie gemeinsame Aktivitäten und tragfähige Initiativen für das Dorf entstehen und wie diese umgesetzt werden sollen.
    Ganz allgemein geht es in diesem Punkt auch um die Infrastruktur (Stichpunkte: demographischer Wandel, wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplätze, Initiativen örtlicher Unternehmen (Produktion und Dienstleistung), Land-und Forstwirtschaft sowie Gartenbau, Kultur-und Bildungseinrichtungen, ländlicher Tourismus, Nahversorgung, Breitbandausbau, nachhaltige Energieversorgung, Sicherung der Mobilität usw.).
     
  2. „Unser Dorf hat Zukunft, weil wir sozial engagiert sind und dörfliche kulturelle Aktivitäten entfalten.“
    Bewertet werden dabei soziale, kulturelle und sportliche Aktivitäten, die das Gemeinschaftsleben fördern. Beispielhaft stehen hierfür das Vereinsleben, soziale, kirchliche und kommunale Projekte, Selbsthilfeleistungen, Gemeinschaftsaktionen, interkulturelle und generationenübergreifende Aktivitäten sowie Initiativen, die den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft und die Integration von Neubürgern unterstützen. Aber auch dem Umgang mit der Geschichte des Ortes, Traditionen und regionalen Besonderheiten wird besondere Bedeutung beigemessen.
    Der Gemeinsinn im Ort ist dabei ganz wichtig. Jung und Alt, Neubürger und Alteingesessene werden einbezogen, treffen die Entscheidungen über die Zukunft des Dorfes gemeinsam und bringen sich bei konkreten Umsetzungsmaßnahmen ein. Ortsübergreifende Kooperation und regionale Vernetzung sind dabei wichtig und tragen dazu bei, dass Menschen gerne auf dem Land leben.
     
  3. „Unser Dorf hat Zukunft, weil wir wertschätzend und sensibel mit unserer Baukultur und der Natur und Umwelt umgehen.“
    Bei der Entwicklung des Dorfes wird auf die Gestaltung der Bauten und eine flächensparende Siedlungsentwicklung geachtet. Gefragt sind Initiativen zur Erhaltung, Pflege und Entwicklung der ortsbildprägenden Gebäude und der Bausubstanz, aber auch die Umsetzung barrierefreier Zugänge zu öffentlichen Bereichen. Gewürdigt wird die Beachtung der regional-und ortstypischen Bauformen und Materialien. Traditionelle und moderne Elemente sollten sinnvoll verbunden werden. Projekte zur Um-und Nachnutzung von Gebäuden (Leerstandsbeseitigung) sowie die naturnahe Gestaltung der privaten und öffentlichen Frei-und Verkehrsflächen tragen zu einer nachhaltigen Ortsentwicklung bei und prägen das Erscheinungsbild des Dorfes.
    Die Wohn- und Lebensqualität werden wesentlich von der den Ort umgebenden Natur, dem Grün und der Gartenkultur geprägt. Eine dorf-und standorttypische Begrünung im öffentlichen Grün sowie attraktiv und artenreich gestaltete Vor-und Hausgärten werten ein Dorf auf und tragen zur Klimaverbesserung und zum Artenschutz bei. Die Einbindung des Dorfes in die umgebende Landschaft, die Bewahrung naturnaher Lebensräume und die Erhaltung historischer Kulturlandschaftselemente sind wichtig für das Landschaftsbild und den Naturhaushalt. Dem Anlegen und Pflegen von schützenden Flurelementen und der Renaturierung von Fließgewässern, der nachhaltigen Landbewirtschaftung, dem Bodenschutz sowie dem Arten-und Biotopschutz sollte dabei besondere Bedeutung zukommen.
     
  4. „Unser Dorf ist attraktiv und lebenswert – auf dem Land haben wir unsere Zukunft.“
    Beurteilt wird abschließend der Gesamteindruck des Dorfes. Die Jury bewertet, wie die Inhalte und Ziele des Wettbewerbs von der Dorfgemeinschaft gemeinsam und in einem harmonischen Zusammenspiel aller Fachbewertungsbereiche umgesetzt werden. Ausschlaggebend sind die Aktivitäten und das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die dazu beitragen, den unverwechselbaren Dorf-und Landschaftscharakter zu erhalten und das Dorf für seine Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher lebenswert zu machen.
     
  5. Gesamt-Bewertung
    Die drei Fachbewertungsbereiche werden gleichgewichtet und bilden mit dem Gesamteindruck, bei dem die Ausgangslage des Dorfes ausdrückliche Berücksichtigung findet soll, die Gesamt-Bewertung. Im Vordergrund stehen die Fortschritte für die Entwicklung des Dorfes und das Engagement der Dorfgemeinschaft.

Ansprechperson

Monika-Lambert-Debong
Monika Lambert-Debong
Telefon: 06831/444-69110
Großer Markt 3 66740 Saarlouis
  • Sachgebietsleiterin Umwelt
  • Klimaschutz, Umwelt, Regionalentwicklung und Tourismus