Hilfsorganisationen und Landkreis übten den Ernstfall

Mehr als ein Jahr lang haben die Kreisverwaltung und die Hilfsorganisationen des Landkreises Saarlouis organisiert, koordiniert und kooperiert, um im Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Ende August war es dann soweit: Der Landkreis führte in Zusammenarbeit mit allen im Kreis vertretenen Hilfsorganisationen sowie der Kreisstadt Saarlouis, der Stadt Dillingen, und der Gemeinde Wallerfangen eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durch. Mit 600 Beteiligten handelte es sich dabei um eine der umfangreichsten Katastrophenschutzübungen im Saarland.

KatÜbung_Verwaltungsstaab Als Übungsszenario diente der Fund einer Weltkriegsbombe im Grenzgebiet mehrerer Kommunen, woraus die Zuständigkeit des Kreises resultierte. Im Ernstfall hätten mehr als 11. 000 Bürgerinnen und Bürger evakuiert und versorgt werden müssen, darunter auch Patienten aus Krankenhäusern und Heimbewohner. Alle Beteiligten für ihre jeweiligen Aufgabengebiete zu sensibilisieren und die Abläufe, die im Katastrophenfall eingeleitet werden müssen zu verinnerlichen, waren dabei die erklärten Ziele der Übung.

Genau wie im Ernstfall wurde die gesamte Übung an zwei zentralen Knotenpunkten koordiniert: Im Landratsamt Saarlouis war der administrativ-organisatorische Stab angesiedelt, der während eines Katastrophenfalls für alle notwendigen Verwaltungsmaßnahmen zuständig sein würde. Zahlreiche Mitarbeiter der Landkreisverwaltung haben hier teils auf freiwilliger Basis mitgearbeitet, um einen reibungslosen und rechtlich einwandfreien Ablauf der Übung zu garantieren. Der operativ-taktische Stab, der für die Koordination der Einsatzmaßnahmen vor Ort zuständig wäre, hatte seinen Stützpunkt in der Feuerwehr Saarlouis Innenstadt.

KatÜbung_DLRG Der Übungstag begann bereits um 8 Uhr mit dem Treffen aller Übungsteilnehmer. Die Hilfsorganisationen und die an der Übung beteiligten Mimen (Schauspieler) verteilten sich auf ihre im Vorhinein zugewiesenen Stationen. Nachdem zu Übungszwecken an entscheidenden Stellen Straßensperren errichtet wurden, begann die Evakuierungsphase. Die Polizei machte mit Lautsprecherdurchsagen auf die anstehende Übung aufmerksam, Klingeltrupps gingen umher und informierten die Anwohner an der Tür. Eigens für die Übung abgestellte Busse der KVS nahmen die Evakuierten an vorher bestimmten Sammelpunkten auf und fuhren sie zu den zugewiesenen Aufnahmestellen.

Die Einsatzkräfte agierten während der gesamten Übung wie ein gut eingespieltes Team und jede Hilfsorganisation leistete einen wesentlichen Beitrag. Das DRK und die Malteser organisierten in Zusammenarbeit die Verpflegung aller Beteiligten, betreuten die Aufnahmestellen, stellten Fahrzeuge und Personal bereit und leisteten Sanitätsdienste. Zudem richtete das DRK in der Hans-Welsch-Halle in Lisdorf ein Notkrankenhaus mit fünf Betten ein. Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk mussten zeitlich genau abgestimmt die Krankenbetten an das Notkrankenhaus liefern, damit diese gleichzeitig mit den Krankentransporten ankamen. Die Helfer und Helferinnen der Notfallseelsorge waren im Notkrankenhaus sowie an allen anderen Aufnahmestellen vor Ort, um den Evakuierten seelische Unterstützung zu leisten. Die Feuerwehren hatten bei der Entschärfung der Bombe eine besondere Aufgabe: Sie mussten Wassertanks befüllen, die zur Absicherung um den Entschärfungsort herum aufgestellt wurden. Außerdem waren Sie an der angegliederten Übung, einem Brand im Jugenddorf Blauloch in Wallerfangen, beteiligt. Hier kam unter anderem die Hunderettungsstaffel Saar e.V. (kurz: BRH) zum Einsatz, die eine Personensuche übte. Aber nicht nur im Jugenddorf waren die Hundeführer mit ihren pelzigen Teammitgliedern unterwegs: Die DLRG, das THW und die BRH führten unter der Konrad-Adenauer-Brücke in Dillingen gemeinsam eine Personensuche auf dem Wasser durch. Hierzu waren drei Boote des THW und zwei der DLRG im Einsatz, zusätzlich Taucher und Rettungshunde. Ebenfalls ins Übungsszenario eingebunden war das St. Nikolaus Hospital in Wallerfangen.  Zehn Jugendliche wurden von hier evakuiert und anschließend von der DLRG in der Scheidberghalle betreut.

KatÜbung_Krankenhaus Die Polizei und die Ortspolizeibehörden beteiligten sich an den Straßensperren, den Evakuierungen und natürlich im Verwaltungsstab. Die Bundeswehr war im Rahmen der Zivil-Militärischen-Zusammenarbeit ebenfalls vertreten und stellte ein Kreisverbindungskommando, um im Eskalationsfall schnell Unterstützung leisten zu können. Auch die Pressestelle des Landkreises spielte ihre Rolle als Arbeitseinheit „Bevölkerungsinformation und Medienarbeit“ durch. In Pressemitteilungen, auf der Landkreishomepage, auf Facebook und am eigens eingerichteten Bürgertelefon hielten die Mitarbeiter die Bevölkerung über den Verlauf des fiktiven Bombenfundes auf dem Laufenden.

Um 13:07 war die fiktive Bombe dann entschärft, die Straßensperren wurden aufgehoben und der Rücktransport der Evakuierten wurde eingeleitet. Um 14 Uhr endete die Übung offiziell, im Anschluss trafen sich alle beteiligten im Dillinger Lokschuppen zur Abschlussveranstaltung.

 „Bestens auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und die Abläufe bei einem Katastrophenfall zu verinnerlichen, darauf kam es bei dieser Übung an und das ist uns hervorragend gelungen. Die Haupt- und Ehrenamtlichen aller Hilfsorganisationen haben unglaubliche Arbeit geleistet, sodass sich die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises absolut sicher fühlen können“, betonte Landrat Patrik Lauer. „Aber darauf Ruhen wir uns nicht aus. Da diesmal alles so reibungslos gelaufen ist, kann ich den Einsatzeinheiten jetzt schon versprechen, dass wir 2021 ein noch kniffligeres Szenario üben werden“, ergänzte der Landrat und gab einen Ausblick auf zukünftige Vorhaben.

Die gesamte Übung wurde von Übungsbeobachtern betreut und genau dokumentiert. Ende Oktober wird eine ausführliche Nachbesprechung der Übung erfolgen, um Probleme zu identifizieren, auf gute Aspekte aufzubauen und Verbesserungspotenziale aufzudecken.

 

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