 Schulpartnerschaft Bochnia-Wadgassen 
Saarlouis (pdl). Zwischen der Gesamtschule Wadgassen und dem Gymnasium 2 im polnischen Bochnia ist eine Schulpartnerschaft in greifbare Nähe gerückt. Deren Schulträger sind die Landkreise Saarlouis und Bochnia, die seit Juni 2001 eine offizielle Kreispartnerschaft verbindet. Einige Schüler der Gesamtschule hatten bereits im vergangenen Jahr an der deutsch-polnischen Ferienfreizeit teilgenommen, die vom Kreisjugendamt Saarlouis organisiert worden war. Im Übrigen aber hatten die beiden Schulen lediglich schriftlich und telefonisch mit einander korrespondiert.
Nun bot eine Polenreise des Jugendorchesters Trier eine günstige Mitfahrgelegenheit, die man in Wadgassen kurz entschlossen nutzte, um in Bochnia erstmals auch persönliche Kontakte zu knüpfen. Im Auftrage seiner Schulleitung reiste der Lehrer Ralph Berwanger mit fünf Schülern nach Polen. Dort sprang der Funke sogleich über. Aufgeschlossen und vorurteilslos waren die Gäste aus Saarlouis am Gymnasium 2 empfangen worden. In der herzlichen und gastfreundlichen Atmosphäre entwickelte sich sehr schnell eine gegenseitige Sympathie.
Im Gespräch mit Ralph Berwanger bekundeten die Schulleiterin Paulina Joniak und die Deutschlehrerin Marta Naruszewicz großes Interesse am Zustandekommen der angestrebten Schulpartnerschaft. In ihr sehen beide einen wichtigen Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung und zur guten Nachbarschaft in Europa. Den deutschen Schüler wurde auch sogleich Gelegenheit gegeben, in den Fächern Mathematik und Informatik am Schulunterricht teilzunehmen. Die Sprachverschiedenheit wirkte kaum als Hemmschwelle. Die Schüler, die sich vorwiegend in Englisch, aber auch in Deutsch verständigten, kamen sich schnell näher. Hierzu trugen nicht zuletzt die gemeinsam verbrachte Freizeit und ein geselliger Grillabend bei. Schon in kurzer Zeit entwickelten sich Freundschaften, die man durch Briefkontakte und gegenseitige Besuche weiter pflegen und ausbauen will.
Das Programm des knapp dreitägigen Aufenthaltes war vielseitig und interessant. Zwei Stadtbesichtigungen vermittelten den Gästen erste Eindrücke von den Städten Krakau und Bochnia. In der Kreisstadt fuhren die Schüler in das aufgelassene Salzbergwerk ein, das mit seinen Kur-, Sport- und Freizeitanlagen in 217 m Tiefe eine besondere Attraktion bietet. Miterleben konnten sie auch die wunderschönen Konzerte des Jugendorchesters Trier und des Knabenchores „Pueri Cantores Sancti Nicolai Bochnia“, der im Dezember vergangenen Jahres unter großem Beifall in Saarlouis gastiert hatte und Ende November vielleicht noch einmal zu einem Gastspiel in die Kreisstadt kommt. Im Landratsamt überbrachte Ralph Berwanger Starosta Ludwik Wegrzyn die Grüße und ein Gastgeschenk seines Amtskollegen Dr. Peter Winter.
Beim Abschied betonten beide Seiten noch einmal die feste Absicht, möglichst bald eine offizielle Schulpartnerschaft zu vereinbaren. Inzwischen hat Ralph Berwanger bereits für September einen Gegenbesuch der polnischen Schule im Landkreis Saarlouis konzipiert. 
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