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Die Bergehalde Ensdorf (Luftnaufnahme).

Saarbrücker Zeitung vom 21. Februar 2003:

Zur Weinlese auf die Halde

Bergwerk und Gemeinde schlossen Gestattungsvertrag - Von Bergaufsicht entbunden

Von GERHARD ALT

Ensdorf. Man denkt an "Wüstenplanet" oder an andere Gegenden irgendwo in den unendlichen Weiten des Weltraums. Aus den Tiefen der Erde stammt jedoch das grau-schwarze Gestein, auf dem man steht. Und der Blick schweift über die Schönheiten der Erde, hier: das Saarlouiser Becken und seine angrenzenden Gegenden. Utopisch auch mutete erst die Idee an, die Landrat Peter Winter vor ein paar Jahren hatte. Dann überzeugte er den Kreisausschuss und inzwischen auch die Landeregierung.

Jetzt wird aus der Vision Wirklichkeit: Die Bergehalde des Bergwerks Ensdorf wird für jedermann freigegeben. Ihre touristische Nutzung ist allerdings nur zum Teil möglich. Der Bergbaubetrieb geht nämlich weiter; die Grube Ensdorf lagert weiterhin Bergematerial auf der Halde ab. Der künftig touristisch genutzte Teil wird aus der Bergaufsicht entlassen. Das Bergwerk Ensdorf hat darüber mit der Gemeinde einen Gestattungsvertrag geschlossen. Im Frühjahr wird der Zaun aufgebaut, der den touristisch genutzten Haldenteil abtrennt. Im Herbst sollen die ersten Haldenwanderer zu Berge marschieren können, vielleicht zur Weinlese.

 

Jetzt haben Bergwerksdirektor Karl-Matthias Heck und Markscheider Otto Uhl eine Besuchergruppe um Landrat Winter und Gerd Rupp vom Wirtschaftsförderverband Saarlouis sowie Bürgermeister Thomas Hartz und Bauamtsleiter Roman Maas von der Gemeinde Ensdorf auf die Halde geführt. Hartz erklärte: "Wir wollen die Bergehalde zu einem touristischen Anziehungspunkt machen." Insbesondere die Radtouristen, die entlang der Saar unterwegs seien, sollten zur Halde geleitet werden. Die Gemeinde wolle für eine Beschilderung und Unterstände für die Räder sorgen, extra Wege bräuchten nicht angelegt zu werden. Und Crossläufe oder andere Sportwettkämpfe könnten auch auf der Halde gestartet werden. Der Gemeinderat habe die Idee "positiv begleitet". "Mir ist ganz wichtig, dass zugleich dokumentiert wird, dass bei uns Kohle abgebaut wird", betonte Hartz.

Landrat Winter hob ebenfalls hervor: "Was wir vorhaben, bedeutet nicht, dass damit das Totenglöcklein für die Grube Ensdorf eingeläutet würde! Durch den Zaun kann jeder sehen: Hier wird weiter gearbeitet." Bergwerksdirektor Heck stellte fest: "Nach Vollendung des Zauns haben wir keine Bedenken gegen die neue Nutzung. Wir sind dann aus der Aufsicht entlassen. Ein Nebeneinander von Tourismus und Bergbaubetrieb wird möglich." Ganz oben auf der Halde soll eine Aussichtsplattform eingerichtet werden. Man wird dort das abgelagerte Material zu einer ebenen Fläche gestalten. Möglicherweise wird auch eine Rampe für Drachenflieger installiert. Ein Club hat bereits Interesse bekundet. Drei Fußwege sollen auf die Aussichtsplattform führen. Einer geht ab von der Hauptstraße B 51, ein weiterer von der Tiefenbachstraße und der Hauptwanderweg soll vom Ortsausgang Ensdorf (Richtung Hülzweiler) den Berg hinauf führen. Sporthalle, Schwimmbad und Campingplatz liegen in der Nähe und lassen sich in ein Konzept für Naherholung aufnehmen.

Der Anstieg ist teilweise, besonders die letzten 300 Meter, ziemlich steil. Bis zu 30 Prozent beträgt da die Steigung. Wer nicht so gut zu Fuß ist, soll auch schon von einem Zwischenplateau aus die schöne Aussicht genießen könne. Die Wege werden ihren Ursprung nicht verleugnen. Es werden keine bequeme Spazierwege angelegt. Unterwegs kommt man übrigens an einem Weinberg (jetzt schon gut eingezäunt und verschlossen) vorbei. Dort gedeiht "Ensdorfer Sonnenflöz". "Eigentümer ist das Bergwerk Ensdorf!", erklärt Uhl. Der pensionierte Mitarbeiter Anton Raubuch aus Elm kümmere sich um den Weinberg.

 


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